A step back/ Selbstexperiment – ein Schritt zurück

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In our third self-directed experiment, we invite you to engage with us in your everyday life. Rather than sitting quietly or taking a walk, we will undertake an activity together—one that you may not enjoy but are nonetheless obliged to perform. Perhaps today you need to clean, mow the lawn, or unload the dishwasher. Tasks that you find unpleasant yet have performed many times are ideal for this experiment. Choose such an activity, perhaps even one you have been postponing for some time.

Instead of playing your favorite song to distract yourself, begin the task without any external stimulation. Observe your movements. What are you doing? You reach for plates and cups in the dishwasher and place them elsewhere. How do you grasp the plates? How do you position a cup in the cabinet? Do you place multiple cups at once? Do you orient them with the opening facing upward or downward? Pay attention to the movements of your feet as you bend, turn, or reach on tiptoe to store items in upper shelves. How do you maneuver the vacuum cleaner or the lawn mower to access every corner? What other objects do you notice as you move? Where do you direct your gaze, what do you hear? Allow your movements to unfold without mental commentary. Observe them—every minute detail.

Do not evaluate your movements; simply perceive them. Recognize the complexity of your actions and the absence of deliberate thought required to execute them. No robot in existence can replicate these motions with the speed and reliability you are currently demonstrating. But who is guiding your hands, your feet, your hips—who activates your back muscles as you bend and lift? Is it you? Your thoughts?

If you succeed in taking this step back, the experience may initially feel unsettling. Try to adopt the role of a relaxed observer. Lean back and perceive what is present. Perhaps you have just discovered something new about yourself—and that is a positive development. You are now like a cinema-goer, but instead of merely seeing and hearing what unfolds, you also feel the glass, the vacuum cleaner, the lawn mower. You smell the detergent, the freshly cut grass, and the stirred-up dust. All of this is happening right now, and you need not think or “do” anything. You may simply be.

Even while performing complex tasks, you can remain internally at ease. This experience may be both fascinating and liberating. If a mundane and disliked chore such as unloading the dishwasher can be perceived in this way, what might that mean for the rest of your day?

Even though it often feels otherwise: you are much more than your thoughts. Experiments in perception such as this one can reveal that truth—and transform unloved tasks into small journeys of discovery.

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In unserem dritten Selbstexperiment möchten wir dich in deinem Alltag begleiten. Anstatt ruhig zu sitzen oder einen Spaziergang zu unternehmen, tun wir zusammen etwas, das du nicht gerne tust, aber tun musst. Vielleicht musst du heute etwas putzen, den Rasen mähen oder die Spülmaschine ausräumen. Optimal für dieses Experiment sind Aufgaben, die du ungern machst, aber schon oft gemacht hast. Suche dir eine solche Aufgabe, vielleicht sogar eine, die du schon lange vor dir herschiebst.

Anstatt dir dazu nun deinen Lieblingssong anzumachen, um dich abzulenken, beginne die Aufgabe ohne Ablenkung. Beobachte deine Bewegungen. Was tust du? Du greifst Teller und Tassen in der Spülmaschine und stellst sie ab. Wie greifst du die Teller in der Spülmaschine, wie stellst du eine Tasse in den Schrank? Stellst du vielleicht mehrere Tassen gleichzeitig ab? Mit der Öffnung nach unten oder oben? Achte auch auf die Bewegungen deiner Füße, während du dich bückst, drehst, Dinge auf Zehenspitzen in die oberen Regale einräumst. Wie bewegst du den Staubsauger, wie den Rasenmäher, um in sämtliche Ecken vorzudringen? Auf welche anderen Gegenstände achtest du, während du dich bewegst? Wohin siehst du, was hörst du? Lass deine Bewegungen zu, ohne weitere Gedanken. Beobachte deine Bewegungen, jedes noch so kleine Detail.

Beurteile deine Bewegungen nicht, sondern nimm sie einfach wahr. Nimm wahr, wie komplex deine Handlungen sind und dass keine Gedanken erforderlich sind, um sie auszuführen. Kein Roboter dieser Welt kann diese Bewegungen in dieser Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit ausführen, wie du es gerade machst. Doch, wer lenkt deine Hände, deine Füße und Hüften, spannt deine Rückenmuskulatur an beim Bücken und Heben? Du? Deine Gedanken?

Wenn dir dieser Schritt zurück gelingt, fühlt sich das vielleicht erst einmal etwas gruselig an. Versuche, die Rolle des Beobachtenden entspannt einzunehmen. Lehne dich zurück, nimm wahr, was da ist. Vielleicht hast du gerade etwas Neues über dich selbst entdeckt – das ist etwas Gutes. Du bist jetzt wie in einem Kino, siehst und hörst aber nicht nur was passiert, sondern fühlst das Glas, den Staubsauger, den Rasenmäher. Und du riechst das Spülmittel, du riechst das frisch geschnittene Gras und den aufgewirbelten Staub. All das passiert genau jetzt und du musst an nichts denken, nichts „tun“. Du kannst einfach nur sein.

Selbst wenn du komplexe Handlungen ausführst, kannst du dich also innerlich entspannt zurücklehnen. Diese Erfahrung kann etwas faszinierendes, etwas befreiendes sein. Wenn eine solch langweilige und ungeliebte Aufgabe wie Spülmaschine ausräumen so wahrgenommen werden kann, was ist mit deinem restlichen Tag?

Auch wenn es sich oft anders anfühlt: Du bist viel mehr als deine Gedanken. Wahrnehmungsexperimente wie dieses können die das zeigen – und machen ungeliebte Aufgaben zu kleinen Entdeckungsreisen.

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