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Do you have 5 minutes? That’s enough to discover something astonishing about yourself, something you might not have been aware of until now. No science, numbers, or stats needed – just yourself.
If you’re already seated, close your eyes and try to perceive what’s happening around you. What do you hear? What do you feel? What do you see in the darkness behind your closed eyelids? Are there emotions occupying your mind?
Follow these questions for the minute, then continue reading.
Here’s what probably happened: you internally described what you heard, felt, and saw. Quite likely, you experienced an internal monologue about what you are supposed to see when your eyes are closed or the purpose of this experiment altogehter. Perhaps you recognized shapes in the darkness and discussed their exact shape with yourself. Or your mind drifted away into seeing images and hearing language unrelated to the experiment.
Whatever occurred, it all happened in your consciousness. At every moment in your life, an almost infinite variety of external and internal stimuli are part of your consciousness. But in this instance, out of all these stimuli, your thoughts took control, forcing themselves to the forefront of your self-awareness. These thoughts are in some way comparable to an uninvited guest, who follows you around, unable to stop commenting, questioning, and judging your every step. Note, that this guest isn’t who you are. Yet, for most of us, experiencing even a glimpse of consciousness free from this guest seems to be unfeasible – even for just one minute.
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Hast du gerade 5 Minuten? Das reicht, um etwas erstaunliches über dich selbst herauszufinden, was dir bisher vielleicht nicht bewusst war. Ganz ohne Wissenschaft, Zahlen und Fakten. Du brauchst nur dich selbst.
Wenn du bereits sitzt, schließe die Augen und versuche wahrzunehmen, was um dich herum geschieht. Was hörst du? Was spürst du? Was erkennst du in der Schwärze deiner geschlossenen Augenlider? Gibt es Gefühle, die dich beschäftigen?
Versuche diesen Fragen den nächste Minute zu folgen und lies dann erst weiter.
Vermutlich ist folgendes passiert: Du hast du innerlich beschrieben, was du hörst, was du spürst und was du siehst. Wahrscheinlich hast du einen Monolog darüber geführt, was du mit geschlossenen Augen überhaupt sehen sollst, was dieses Experiment eigentlich soll. Oder du konntest Formen erkennen und hast darüber mit dir selbst gesprochen. Vielleicht bist du abgedriftet in Bilder und Sprache, die mit dem Experiment selbst nichts zu tun hatten.
Egal was passiert ist, all das hat sich in deinem Bewusstsein abgespielt. Eine schier unendliche Vielfalt äußerer und innerer Einflüsse ist Teil deines Bewusstseins, in jedem Moment deines Lebens. Was aber geschehen ist: deine Gedanken haben das Ruder an sich gerissen und sich in den Vordergrund deines Selbst gedrängt. Wie ein ungebetener Gast, der dir überall hin folgt und einfach nicht aufhören kann zu kommentieren, in Frage zu stellen und zu urteilen. Dieser Gast ist nicht, wer du bist. Aber auch nur eine Minute frei von diesem Gast zu sein, ist für die meisten von uns ein Ding der Unmöglichkeit.
